Märchenwald

Vielleicht lag es an dem doch eher düsteren und verstörenden Setting des gestrigen Rollenspiels (KULT), aber ich war heute ein wenig down und konnte mich zu nichts aufraffen.

Joggen war also nicht, aber nach dem Mittagessen (gemischte Obstplatte, lecker-lecker!) habe ich mich in Wanderkluft und -schuhe geworfen und bin raus in die Natur. Der Wald ist mein Freund, auch wenn das Wetter es nicht ist – wobei es ja heute tatsächlich trocken war (juchuh!). Im Wald ist es, wenn man die stärker besuchten Stellen in der Nähe der Parkplätze und der Burg einmal hinter sich gelassen hat, immer ruhig, aber nie still. Ideal, um mal in sich zu gehen, den Kopf frei zu kriegen und die Nicht-Stille auf sich wirken zu lassen. Für mich ist das Balsam für die Seele und den Geist!

Der Orchelsweiher am Mittag

Der Orchelsweiher am Mittag

Es beginnt schon mit einem Farbrausch, den meine Handykamera leider nicht einzufangen vermag, am Orchelsweiher. All diese wunderschönen, herbstlichen Braun-, Rot- und Gelbtöne!

Und, trotz vollem Parkplatz, kaum jemand hier! Nunja, wird an der Laufenburg vermutlich genug los sein, ist ja noch Mittagszeit.

Also weitermarschieren und dem Wald lauschen, die Luft einatmen und das Farbenspiel der Bäume genießen. Dann einfach mal innehalten und dem Plätschern eines Waldbaches lauschen. Einatmen. Ausatmen. Und fühlen, wie das plätschernde, murmelnde Wasser den Kopf freispült.

Keine Ahnung warum, aber heute ist der Wald für mich ein märchenhafter Ort, an dem eine kleine Fee oder ein Windling zwischen den Bäumen hervorschwirrt, in dem Vögel sich um den schönsten Platz im Baum zanken, wo Trolle im hohen Gras lauern und Bäume wie loderndes Feuer aussehen ohne dabei zu verbrennen.

Bin ich die Einzige, für die dieses Farbspiel nach Feuer aussieht?

Bin ich die Einzige, für die dieses Farbspiel nach Feuer aussieht?

Ich glaube, ich bin heute das erste Mal seit 35 Jahren wieder durch einen Wald gegangen mit den Augen und Ohren des kleinen Mädchens, das Omas Märchenbücher regelrecht verschlungen hat und so furchtbar gerne mit Däumeline auf dem Blatt gesegelt wäre!

Und zum Abschluss, nach rund 2,5 Stunden staunen, wundern und marschieren, werde ich noch daran erinnert, dass die Adventszeit naht und damit auch die Zeit der Plätzchen 🙂

"Et Christkindche es al am backe!"

„Et Chreskendsche es al am backe!“

Für alle Nicht-Rheinländer: Die Bildunterschrift bedeutet in Hochdeutsch: „Das Christkindchen backt schon!“ 😉

Die Welt war schon irgendwie spannender als Kind – Zeit, öfters mit den Augen und Ohren eines Kindes durch die Welt zu gehen. Man verpasst sonst so viele Wunder direkt vor der Haustür – oder über dem Dach!

Abendsonne Schönthaler Hof

 

 

 

Der Schmetterling

Ich starb an einem 3. August, an einem schönen Sommertag. Es war alles wie immer an diesem Samstagmorgen, ich hatte ausgeschlafen und war vor dem Frühstück durch den Wald joggen gegangen.

Besonders an den Sommermorgen machte es viel Spaß, durch das Grün zu laufen: die Vögel sangen, es war von den Temperaturen her sehr angenehm, die meisten Leute waren noch in Bett oder schon mit Einkaufen in den Städten beschäftigt, so dass ich beim Laufen nur wenige andere Menschen traf. Es war ein wenig so, als gehörte der Wald in diesen Momenten nur seinen Bewohnern und mir. Besonders liebte ich die Geräusche des Waldes, das Rauschen des Windes in den Blättern, das Murmeln und Rauschen der kleinen Bachläufe, das Summen der Insekten, hier und da ein Rascheln im Gebüsch oder in den welken Blättern am Boden.

Mir fiel auf, dass heute sehr viele von diesen hübschen orangefarbenen Schmetterlingen mit den braunen Tupfen auf den Flügeln umherschwirrten. Schmetterlinge, fliegende Juwelen in schillernden Farben und der Inbegriff der Leichtigkeit und Freiheit. So sinnierte ich beim Laufen vor mich hin und kehrte schließlich verschwitzt und leicht außer Atem nach Hause zurück.

Nach einer ausgiebigen, warmen Dusche frühstückte ich mit meinem Mann und unseren Katzen. Wir zwei Menschen hatten unseren Tee und Brötchen mit Marmelade und Honig, die Katzen ihr Wasser und Trockenfutter.

„Schatz,“ begann mein Mann, „würde es Dir etwas ausmachen, wenn Du heute alleine zum Einkaufen fährst? Ich würde gerne endlich mal die Papiere in Ordnung bringen und meinen Schreibtisch aufräumen. Wenn ich damit erst nach dem Einkaufen anfange, bin ich vermutlich noch bis heute Abend damit beschäftigt!“

Ich lachte. „Was soll ich dann sagen, mein Schreibtisch ist in weitaus chaotischerem Zustand als Deiner! Aber kein Problem, dann kann ich endlich mal zu dem neuen Supermarkt fahren und mich dort in aller Ruhe umschauen, ohne dass Du anfängst zu drängeln,“ erwiderte ich schmunzelnd. Mein Mann lachte nun ebenfalls und meinte noch „Hey, ich drängle nicht!“, bevor er mir einen Kuss gab. „Danke, mein Schatz!“, fügte er noch hinzu. Wir räumten gemeinsam noch den Tisch ab und alles an seinen Platz, dann packte ich Portemonnaie, Einkaufstaschen und Papiere samt Autoschlüssel, um mich auf den Weg zu machen.

„Bis später – und fahr‘ vorsichtig!“ rief mein Mann mir nach dem Abschiedskuss zu, als ich durch die Wohnungstür in den Flur ging. „Mach‘ ich doch immer! Und Du schneid‘ Dich nicht am Papier!“ antwortete ich lächelnd und drehte mich um. Dann begab ich mich durch die Haustür auf den Hof und marschierte auf den Carport zu, wo unser kleiner roter Wagen bereits auf mich wartete. Die Zentralverriegelung öffnete sich mit dem vertrauten Klacken, ich öffnete den Kofferraum und legte die Einkaufstaschen hinein. Dann begab ich mich nach vorne, öffnete die Fahrertür und setzte mich in das Auto. Es war alles so, wie ich es gestern Abend verlassen hatte. Meine Brille, die ich fürs Fahren brauchte, lag im Etui im Handschuhfach. Ich nahm sie heraus, setzte sie auf, startete den Wagen und fuhr los. Alles wie immer. Kein mulmiges Gefühl, keine düstere Vorahnung, ein ganz normaler Samstagmorgen im Sommer.

Nachdem ich über die Landstraße zur Autobahnauffahrt in Richtung der nächst größeren Stadt gelangt war, beschleunigte ich auf dem dafür vorgesehenen Streifen, um mich anschließend in den unerwartet dichten Verkehr an diesem Morgen einzuordnen.  Im Rück- und Seitenspiegel sah ich, dass ein hinter mir fahrender PKW auf die Mittelspur wechselte, um mir Platz zu machen. Ich wechselte auf den Fahrstreifen zu meiner linken und schaltete hoch. Alles ganz normal, alles wie immer. Nachdem ich genug Geschwindigkeit aufgenommen hatte, wechselte ich auf die mittlere Spur, um den vor mir fahrenden LKW zu überholen, überholte und scherte nach ca. 100 Metern wieder vor ihm ein. Vor mir war wieder ein LKW, aber der war noch gute 800 Meter von mir weg. Ich schloss zu ihm auf, bis ich auf ca. 200 m an ihm dran war. Der LKW hinter mir zog ebenfalls nach, er wurde schneller. Eigentlich wollte ich wieder überholen, aber die Spur links neben mir war voll und auf meinen Blinker reagierte keiner der nach mir fahrenden. Ich drosselte also die Geschwindigkeit, um den Abstand zum LKW vor mir nicht zu klein werden zu lassen. Am LKW vor mir leuchteten plötzlich die Bremslichter hell rot auf, der Fahrer bremste. Er bremste?! ‚Scheisse, warum geht denn der jetzt so in die Eisen?!‘, dachte ich, trat Kupplung und Bremspedal durch und spürte kurz danach das heftige Ruckeln des Antiblockiersystems. Ich schaute nach rechts – ausweichen ging nicht, da war die Leitplanke und links? Die Spur war immer noch voll! Ich blickte in den Rückspiegel und erschrak noch mehr – der LKW hinter mir hatte anscheinend nicht gesehen, was da vor ihm passierte und weder das Gas weggenommen, noch gebremst. ‚Bitte brems‘ doch, bittebitte brems‘!‘, schoss es mir durch den Kopf. Mein Puls raste und panisch blickte ich immer wieder vom Rückspiegel durch die Windschutzscheibe und umgekehrt. Meine Füße hingen wie Blei auf dem Bodenblech, drückten die Pedale mit aller Kraft hinein und ich hielt das Lenkrad so fest umklammert, dass die Fingerknöchel weiß hervortraten und knackten.

Ich hörte das Aufjaulen der Bremsen des LKWs hinter mir und wollte erleichtert aufatmen, als er mit fast ungebremster Wucht auf meinen Wagen prallte. Er hatte endlich gebremst, aber zu spät. Der Aufprall war so heftig, dass der Airbag meines Wagens ausgelöst wurde und der Wagen selbst noch ein Stückchen nach vorne katapultiert wurde. Ich schlug mit dem Kopf nach hinten in die Nackenstütze, um dann nach vorne in den Sicherheitsgurt und mit dem Kopf in den Airbag geschleudert zu werden. Meine Brille brach und ich spürte, wie sich die Kunststoffteile der Gläser und des Gestells in meine Gesichtshaut pressten. Das Blechmonster hinter mir jaulte und quietschte, mein Wagen knirschte  und dann sah ich vor dem in sich zusammenfallenden Airbag, wie der Anhänger des LKWs vor mir sich in die Motorhaube meines Wagens schob. Ein heftiger Ruck und mein Kopf schlug wieder nach hinten, in die Kopfstütze. Der LKW hinter mir schob mich in den LKW vor mir. Dann war da nur noch zersplitterndes Glas vor mir und ich sah die Ladetüren des LKWs vor mir mit dem gelb-blauen Schriftzug auf mich zukommen. Danach kam nichts mehr, keine Geräusche, kein Licht, kein Gefühl, einfach nichts.

Piepen. Monotones, rhythmisches Piepen und monotones, rhythmisches Zischen. Der Geruch von Desinfektionsmitteln. Und ein Gefühl, als würde man in einem Meer aus Watte treiben. Und Dunkelheit. Immer noch Dunkelheit. Ich höre Stimmen. Eine fremde, weibliche Stimme und die Stimme meines Mannes. „Es tut mir leid, aber mehr können wir für sie nicht tun.“, höre ich die Frau sagen. Mein Mann klingt seltsam, er fragt „Aber sie kann doch aus dem Koma erwachen? Manche Menschen sind doch auch nach Jahren wieder erwacht, oder?!“. Trauer, Angst, Verzweiflung liegen in seiner Stimme, darum klingt sie so seltsam. ‚Ich bin wach‘, versuche ich zu sagen und die Augen zu öffnen. Es geht nicht. Ich versuche es nochmal. Wieder nichts. Unbehagen steigt in mir auf, die immer mehr zu Beklemmung und schließlich Panik wird, als ich versuche Finger, Zehen, irgendetwas von mir zu bewegen. Nichts passiert. Gar nichts. Nicht einmal das Piepen des Messgerätes, an das ich angeschlossen bin, verändert sich. Erst jetzt nehme ich wahr, dass meine Brust sich hebt und senkt. Ich werde beatmet. Es fühlt sich an, als würde man mich wie einen Luftballon aufpumpen und dann wieder die Luft ablassen. Es ist fremd und fühlt sich unbequem an.

Die Frau atmet seufzend aus: „Ihre Frau hat ein schweres Polytrauma erlitten, kaum ein Knochen und Organ ist heil geblieben. Selbst ihr Gehirn ist durch den schweren Aufprall stark in Mitleidenschaft gezogen worden, geschweige denn durch die Zeit, die sie nicht medizinisch versorgt werden konnte! Alleine, um sie aus dem Wrack zu befreien hat die Feuerwehr eine Stunde gebraucht. Dass sie überhaupt noch messbare Werte im EEG zeigt und ihr Herz noch schlägt, grenzt an ein Wunder. Wir können nicht sagen, ob und wenn ja, wann Ihre Frau wieder zu sich kommt, so gerne wir auch möchten. Wie Sie, können wir jetzt nur noch auf ein Wunder warten.“ Ich höre, wie mein Mann noch ein „vielen Dank“ gequält hervorbringt und Schritte, die sich entfernen. Eine Tür öffnet sich, die Schritte entfernen sich weiter und die Tür schließt.

Etwas knarrt neben meinem Bett. Ich fühle, wie etwas meine linke Hand berührt. Es ist die Hand meines Mannes. ‚Seltsam, dass man jemanden an seiner Art zu berühren erkennen kann,‘ denke ich. Leises Schluchzen dringt an mein Ohr. Mein Mann weint. Wir sind seit zehn Jahren zusammen, in der Zeit habe ich ihn nie weinen sehen oder hören. Jetzt sitzt er neben mir und weint. Ich möchte so gerne seine Hand nehmen, ihn spüren lassen, dass ich ihn wahrnehme, dass ich noch da bin, dass ich ihn trösten möchte. Aber nichts geht. Meine Finger bewegen sich nicht, meine Augen, meine Lider, meine Lippen, nichts kann ich bewegen. Ich kann keine Laute von mir geben. Ich kann nur daliegen und mich aufpumpen lassen wie ein Luftballon. Ich kann nur da sein. Das ist alles.

„Wäre ich doch mit Dir gefahren und hätte den blöden Schreibtisch am Sonntag aufgeräumt!“, höre ich meinen Mann weinend flüstern. Sein Schluchzen wird heftiger. „Wenn ich nur wüsste, ob Du mich wenigstens hören kannst!“, weint er. Wie gerne würde ich ihm ein Zeichen geben, dass ich seine Hand auf meiner fühle! ‚ICH KANN DICH HÖREN! HÖR BITTE AUF ZU WEINEN!‘, schreie ich innerlich. ‚Alles wird gut, Du wirst sehen, alles wird gut!‘ denke ich und wünsche mir, er könnte meine Gedanken lesen. Aber das kann er nicht. Keiner kann das, wie ich in den kommenden vier Wochen immer wieder feststellen werde. Ich gewöhne mich an das Piepen des Überwachungsgeräts, das Zischen des Beatmungsgeräts, den Geruch nach Desinfektionsmittel. Mein Mann hört langsam auf zu weinen und ich bin froh, denn an sein Schluchzen kann ich mich nicht gewöhnen. Es tut weh. Komisch, es ist das Einzige, was wehtut! Alles andere ist unbequem, beängstigend oder beklemmend – aber nicht schmerzhaft. ‚Die Medikamente, sie werden mich vermutlich mit Medikamenten vollpumpen‘, geht mir durch den Kopf.

Ich spüre, wie sich jemand über mich beugt, höre das Rascheln von Stoff, und dann berührt etwas meine Stirn. Mein Mann küsst mich auf die Stirn, zum Abschied. „Schatz, ich fahre jetzt nach Hause und versorge unsere Katzen. Ich komme bald wieder. Ich liebe Dich!“, höre ich ihn flüstern – bei den letzen drei Worten liegen wieder Tränen in seiner Stimme. Schritte entfernen sich, eine Tür öffnet sich, Schritte, eine Tür schließt sich. Monotones, rhythmisches Piepen,  begleitet vom rhythmischen Zischen. Schritte, draußen, hinter der Türe. Ganz leise zwitschert irgendwo eine Amsel. Ab und zu rattert etwas draußen, jemand betritt das Zimmer, in dem ich liege. Ich höre eine männliche Stimme sagen: „Hallo, Frau Schmitz, ich komme nur schnell nach dem Rechten schauen!“ Schritte nähern sich und ich rieche ein fremdes, süßliches Aftershave. „Hmm, Medikamente haben Sie noch genug und der Tropf hält noch eine Weile. Oh, aber den Urinbeutel mache ich leer, wir wässern Sie ja fleißig, damit Sie uns wieder aufblühen!“ Ich muss innerlich schmunzeln. Der Pfleger klingt ein wenig wie Hape Kerkeling, nicht unsympathisch. Ich höre, wie Flüssigkeit in ein Gefäß rinnt. Die Schritte entfernen sich, eine Tür geht auf und dann höre ich, wie etwas plätschert. Eine Klospülung brüllt regelrecht durch die sonstige Stille im Raum, die Schritte nähern sich wieder. „So, bitte nicht erschrecken, ich schaue nur mal nach, ob wir Sie unten herum sauber machen müssen und ob irgendwo etwas durch die Verbände gesuppt ist,“ erklärt mir der Pfleger, bevor ich spüre wie er die Bettdecke anhebt. Kühle Luft berührt angenehm an einige Stellen meine Haut, aber an den meisten Stellen spüre ich sie nicht. „Na, das ist ja alles noch piccobello!“, flötet der Pfleger und ich fühle, wie er die Bettdecke wieder über mich legt und an den Seiten ein wenig andrückt. ‚Ich bin ja auch ein ordentliches Mädchen!‘, denke ich. Bestimmt lieben die älteren Patientinnen diesen Pfleger, das ist genau der Typ, der mit Omas super zurecht kommt – klingt ein wenig jungenhaft und ist für ein Scherzchen zu haben. Die Schritte entfernen sich wieder und ich höre ein „bis später, Frau Schmitz, ich komme dann nachher nochmal nach Ihnen sehen“, bevor sich die Tür öffnet und die Schritte mit dem Schließen der Türe weiter in die Ferne entschwinden.

Mallorca 2011 112

Und wieder alleine mit dem Piepen, dem Zischen, dem Desinfektionsgeruch und all den Geräuschen, die von einer lebendigen Welt irgendwo weit weg hinter Türen und Fenstern berichten. Und ich liege wieder hier wie ein Luftballon. Ein Luftballon, der denken kann. Mehr nicht. Pfleger, Schwestern und Ärzte behandeln mich wie einen Patienten und reden mit mir. Dann komme ich mir wieder vor wie ein Mensch. Wenn mein Mann mich besucht und erzählt, was ihm am Tage so passiert ist, fühle ich mich fast wie ein Mensch. Aber irgendwie auch nicht. Eher, wie eine Puppe, der ein Kind seine Erlebnisse berichtet. Denn genauso, wie eine Puppe, sehe ich nur aus wie ein Mensch. Ich kann nicht sprechen, nicht lachen, nicht weinen, ich kann nichts bewegen, mich in keinster Weise bemerkbar oder verständlich machen. Ich kann, wie eine Puppe, nur daliegen. Ob Puppen aber auch denken können? Ich kann das. Ich denke an Dinge, die geschehen sind, sehe immer wieder den Ablauf des Unfalls vor mir. Wenn mein Mann mich besucht, stelle ich mir vor, was er heute wohl anhat, wie er aussieht. Ich antworte in Gedanken auf das, was er mir erzählt, was er mich fragt. Aber er sieht mich nur daliegen, wie eine Puppe. Und ich kann mittlerweile fühlen, wie seine Blicke nach einem Lebenszeichen, einer Regung von mir suchen. In seiner Stimme höre ich die Resignation, wenn er nach stundenlangem Erzählen, warten, neben mir sitzen, seinen Abschied murmelt, bevor er mich auf die Stirn küsst und geht.

Meine Mutter ist auch einige Male an mein Bett gekommen und hat sich neben mich gesetzt. Sie erzählte von ihren Erlebnissen, davon, wie sehr sie sich darüber freuen würde, wieder mit mir Shoppen gehen zu können, wie ich als Baby genauso verkabelt im Brutkasten lag und wie sehr sie sich wünscht, dass ich wieder aufwache. Ich wünsche mir jedes Mal, dass ich ihr ein Zeichen der Hoffnung mitgeben könnte, ein Zucken der Lider, eine Bewegung der Finger, ein Seufzen – irgendwas! Aber ich bin gefangen in einem nutzlosen Körper, der wie ein Luftballon aufgeblasen wird, um dann wieder die Luft herauszulassen.

Vier Wochen vergehen, vier Wochen, in denen ich immer wieder versuche, so laut in meinen Gedanken zu schreien, dass es irgendwer doch hören oder fühlen muss! Aber nichts passiert, morgens mittags und abends sehen die Pfleger und Schwestern nach mir, die Ärzte kommen zur Visite und mein Mann, meine Mutter oder meine Schwiegereltern besuchen mich und erzählen von ihren kleinen und großen Sorgen und wie ihr Tag so war. Manchmal kann ich hören, wie der Regen von draußen an die Fensterscheibe klopft. Endlich mal ein anderes Geräusch! Ich hätte nie gedacht, dass ich Regen mal so sehr mögen würde, aber er bringt Abwechslung in meinen Tag. Oft frage ich mich, ob man das Fenster in meinem Zimmer öffnen kann, damit ich die Geräusche von draußen besser hören kann und mal etwas anderes rieche als immer nur diesen typischen Krankenhausgeruch! Wie gerne würde ich wieder Wind auf meiner Haut fühlen, die Wärme von Sonnenstrahlen! Es wäre so schön, den Regen nicht nur hören, sondern auch riechen zu können! Aber ich bin doppelt gefangen, in einem Körper, der mir nicht gehorcht und einem Zimmer, das ich nicht verlassen kann. Ich kann nicht essen, nicht trinken, nicht husten, nicht niesen. Ich kann nur daliegen.

Eines Morgens, es muss wohl ein Wochenende oder ein Feiertag sein, kommt mein Mann wieder zu Besuch. Es hatte die ganzen Tage vorher geregnet, aber jetzt höre ich keinen Regen mehr. Mein Gatte erzählt mir, dass unsere Katze wieder eine lebendige Maus angeschleppt hat und er sie einfangen musste. Und dass in unserem Garten immer noch alles blüht und das Unkraut nach dem ganzen Regen wieder wuchert. „Heute scheint die Sonne aber wieder,“ höre ich ihn sagen, „es wird ein wunderschöner Tag!“ In mir schreit es: ‚Dann mach doch bitte das verdammte Fenster auf, ich will den Regen und die Sonne riechen, den Wind hören, irgendwas!‘

Ich höre, wie er aufsteht und zum Fenster geht. „Weisst Du was, hier ist eine scheiss Luft drinne! Ich mache Dir und mir mal das Fenster auf, wenn das geht.“ Innerlich lache und weine ich gleichzeitig, weil er mich verstanden hat. Endlich Luft, die nicht nach Krankenhaus riecht! Ich höre, wie etwas knarrt und ein schmatzendes Geräusch. Dann spüre ich einen Luftzug über mein Gesicht streichen. Die Luft ist kühl und riecht nach Regen, Staub, Abgasen – einfach herrlich! Und dann weht ein süßlicher Duft herein, wie von diesen schönen Sträuchern mit den dunkelgrünen, glänzenden Blättern und leuchtend gelben Blüten, die oft in Parkanlagen stehen. Es duftet geradezu himmlisch! Ich versuche, durch die Nase einzuatmen und so mehr von diesem Duft aufzunehmen. Aber für mich atmet eine Maschine, die ihren Rhythmus dem meinen nicht anpassen will. Und ich kann meine Lungen nicht dazu überreden, tiefer einzuatmen. Ich kann mich noch immer nicht bewegen.

„Oh, ein Schmetterling!“, höre ich meinen Mann rufen. „Er scheint Dich besuchen zu wollen, er flattert geradewegs auf Dich zu.“ ‚Beschreib‘ ihn mir‘, denke ich so laut ich kann.

„Er ist einer von den hübschen orangefarbenen mit den braunen Tupfen, die bei uns im Wald herumfliegen.“, erklärt mein Mann, ich höre ein Lächeln in seiner Stimme. ‚Schatz, hörst Du mich?!‘, denke ich wieder so laut ich kann.

„Es ist schon verrückt“, so mein Mann, „ich komme seit vier Woche hier her und warte darauf, dass Du irgend ein Lebenszeichen von Dir gibst. Und gerade jetzt habe ich das Gefühl, als bräuchte ich das gar nicht! Es ist, als könnte ich fühlen, was Du willst.“ Ich bin glücklich, so glücklich. Etwas berührt meine Stirn. Mein Mann lacht: „Der Schmetterling hat sich auf Deine Stirn gesetzt. Vielleicht will er Dir etwas sagen!“ Ich lache in Gedanken und stelle mir dieses fliegende Juwel vor, wie es auf meiner Stirn sitzt und die Flügel majestätisch langsam auf und zu klappt. Ich fühle die Leichtigkeit und Freiheit, die sein Leben bestimmt, den Wind, der den Schmetterling trägt und die Sonnenstrahlen, die seinen Körper wärmen. Es ist, als wäre ich selbst der Schmetterling und könnte leicht durch die Luft schweben. Der Schmetterling verursacht einen zarten Lufthauch, als er mit den Flügeln schlägt, um wieder abzuheben. ‚Trägst Du mich zu meinem Mann, damit ich ihm Lebewohl sagen kann und nimmst Du mich dann mit?‘ frage ich ihn in Gedanken. ‚Ich mag nicht mehr in diesem Zimmer und in diesem Körper gefangen sein!‘ Für einen kurzen Moment wird der kaum wahrnehmbare Lufthauch schwächer, als müsste er überlegen. Dann fühle ich mich auf einmal ganz leicht, als wäre ich ein Luftballon – der aber fliegen kann und nicht wieder einfach nur aufgeblasen wird, um die Luft wieder zu verlieren. Ich spüre, wie ich auf meinen Mann zuschwebe und hauche ihm ein ‚Ich liebe Dich! Pass auf Dich auf!‘ zu und dann sind da auf einmal wieder Farben. So viele Farben! Und Licht! Und Wärme! Ich bin frei und schwebe mit dem Schmetterling zum Fenster hinaus. Leise höre ich, wie das monotone, rhythmische Piepen zu einem klagenden, langgezogenen Ton wird. Mein Mann ruft: „Schatz? Schatz!? – Schwester, Schwester!“ In Gedanken rufe ich ihm zu ‚Alles ist gut, wir sind wieder frei! Ich liebe Dich!‘ und dann tauche ich ein in all dieses wunderbare Licht und die Wärme und die Farben.

Death by TARDIS…

Die liebe E. hat es ja in ihrem Blog geradezu eingefordert, also schreibe ich mal was zur Geburtstagstorte, die ich ihrem Mann B. gebacken habe.

Zuerst einmal vorweg: Ich habe geschummelt! Weil ich seit Ewigkeiten keine „normalen“ Kuchen – und noch nie eine Torte – gebacken habe, habe ich einen Fertigteig zur Hilfe genommen. Das Ganze nennt sich Tarte au Chocolat und ist als fertiger Teig käuflich im gut sortierten Lebensmittelhandel zu erwerben.

Warum ich geschummelt habe?
Ich wollte 1. nicht riskieren, dass ich da etwas zusammen rühre, was nicht schmeckt – und probieren kann ich als „Zöllie“ nicht – und 2. auch vermeiden, dass mehr von meinen Utensilien möglicherweise dauerhaft mit Gluten kontaminiert wird, als unbedingt nötig ist.
Und eine glutenfreie Torte für jemanden backen, der kein Problem mit dieser Unverträglichkeit hat, ist meines Erachtens völliger Blödsinn. Man schenkt einem Gesunden ja auch keine Diabetiker-Schokolade, oder?

Inspiration habe ich mir auf Chefkoch.de geholt und das genaue Rezept gibt es hier: http://www.chefkoch.de/rezepte/131561056548280/Schokoladentorte-Death-by-Chocolate.html

Death-by-TARDIS-Torte

Soviel zur Vorgeschichte, jetzt geht’s los:

Bitte beachten: Die Torte geht zwar recht einfach, aber man muss trotzdem zwei Tage Vorbereitungszeit einplanen, weil der Biskuit und die Creme ruhen müssen.

  1. Man nehme eine möglichst rechteckige Form zum Ausbacken des Biskuits. Da ich nichts anderes passendes hatte, nahm ich meine schon etwas angerostete Lasagneform. Zwei Lagen Backpapier rein und dann passt das.
  2. Nun fülle man den Inhalt eines Beutels Teigmischung ein und stelle fest, dass das nicht reicht. Sodann fahre man panisch zum Lebensmittelhändler und kaufe zwei weitere Packungen. Damit ist die Lasagneform dann mit dreimal Tarte au Chocolat gut ausgefüllt.
  3. Weil man einfach nur Schokobiskuit langweilig findet und mehr Schoki immer geht, gebe man eine 400g-Packung Zartbitter-Schokotropfen in den Teig, hebe diese unter und schiebe dann das Ganze für 40 Minuten auf den unteren Rost in den auf 150 °C vorgeheizten Backofen. Unbedingt die Stäbchenprobe nach 30 Minuten machen, damit der Biskuit saftig bleibt und nicht zu trocken wird!
  4. In der Zwischenzeit gebe man 400g Sahne und 400g zerkleinerte Blockschokolade in einen Topf und lasse das Ganze unter stetigem Rühren solange erwärmen (nicht kochen!), bis die Schokolade sich in der Sahne gelöst hat. Die Schoko-Sahne dann in eine Rührschüssel umfüllen und bis zum nächsten Tag im Kühlschrank ruhen lassen.
  5. Den fertig gebackenen Kuchen aus dem Backofen holen und abgedeckt auskühlen lassen. Wenn man den Kuchen einen Tag lang ruhen lässt, lässt er sich später besser teilen:
    Dazu (wir sind bei Tag zwei) mit einem scharfen Messer rundherum einschneiden (ich habe mir dazu ein Schneidebrett neben den aus der Form befreiten Kuchen gelegt, so hatte ich immer die gleiche Höhe) und dann in die Schnittrille rundherum festen Zwirn legen. Langsam zuziehen, bis der Zwirn einmal komplett durch ist – so geht Tortenboden teilen ganz leicht.
  6. Die Schokocreme nun aus dem Kühlschrank nehmen und mit dem Handrührgerät aufschlagen. Dann den oberen Teil des Tortenbodens abheben und den unteren Teil mit der Creme bestreichen. Deckel wieder drauf und dann geht’s an die Deko!
  7. Dazu von der vorgesehenen Menge Marzipan (ich habe 1 kg genommen, das war aber mehr als genug) ca. 200 g für die Fenster und das Türschloss beiseite legen und den Rest mit blauer Lebensmittelfarbe (ich habe Pulver genommen, war mir für Marzipan lieber als flüssige) verkneten und ausrollen. Meine Marzipandecke war recht dick, weil ich aufgehört habe, als das Marzipan beim Ausrollen zu reißen begann. Ein feuchtes Küchenhandtuch, auf das man Backpapier legt, um darauf wiederum das Marzipan zu bearbeiten, ist übrigens echt hilfreich! So rutscht das Ganze beim Ausrollen nicht. Ca. 1/6 des Marzipans für die Intarsien und Rahmen auf der TARDIS zur Seite legen, den Rest der passend ausgerollten Marzipandecke auf die gefüllte Torte legen. Das hat bei mir dank der helfenden Hände meines GöGa und dem Backpapier als Träger problemlos geklappt!
  8. Nun aus dem verbliebenen Rest die passenden Würstchen für die Rahmen und die Recheckigen Ausbuchtungen auf der TARDIS formen. Letzteres ging mit etwas ausgerolltem Marzipan und einer Tupperdose als Stanze super leicht. So habe ich übrigens auch die beiden Fenster gemacht. Leider hatte ich keine weiße Lebensmittelfarbe und so habe ich mit Puderzucker versucht, die Fenster weiß zu bekommen. Das klappte leider nicht, wie man sieht, aber da jetzt noch weißen Zuckerguss drüber zu ziehen, fand ich ein bisschen over the top 😉
  9. Einen Rahmen für das „Police Box“-Schild aus Marzipan-Röllchen legen und diesen gut andrücken. Diesen dann mit verflüssigter Zartbitter-Kuverture auffüllen. Kuverture abkühlen lassen und dann mit Zuckerschrift den Schriftzug darauf schreiben.
  10. An der TARDIS hängt ein Zettel mit der Gebrauchsanleitung für die Police Box, welchen ich zur Geburtstagskarte umgewidmet habe. Dafür einfach Esspapier mit Kuvertüre beschriften – ich habe das auf die altmodische Art mit einem Holzstäbchen gemacht.

Die TARTIS bestand also aus:

  • 3x Fertigteig Tarte au Chocolat
  • 400 g Zartbitter-Schoko-Tropfen
  • 400 g Schlagsahne
  • 400g Blockschokolade
  • ca. 1 kg Marzipan
  • 3x 4g blaue Lebensmittelfarbe (Pulver)
  • ca. 50 g Kuverture
  • weiße Zuckerschrift
  • 1 Blatt Esspapier

Arbeitsgerät:

  • 1 Lasagneform
  • Backpapier
  • Küchenhandtücher (zum Abdecken und als Unterlage)
  • 1 Holzstäbchen (für die Garprobe und zum Beschriften des Esspapiers)
  • Spatel (zum Verteilen der Creme)
  • scharfes Messer, Schneidebrett, starker Zwirn (zum Teilen des Bodens)
  • 1 kleiner Topf und Schneebesen
  • 1 Rührschüssel
  • 1 Handrührgerät
  • 1 Nudelholz
  • 1 Buttermesser (zum Modellieren des Marzipans)

Kalorien: Vermutlich ca. 1 Mio, aber wen stört das schon, wenn’s um Schoki und Torte und Dr. Who geht? 😉

Der Hobbit – Eine sehnsüchtig erwartete Verfilmung

Am Freitag war es soweit, GöGa und ich waren im Kino, um den ersten Teil der Verfilmung „Der Hobbit“ zu sehen.

Ich hatte mich ja zunächst im Netz schlau gemacht, ob es für mich Sinn macht, in eine 3D-Verfilmung zu gehen, da ich ja auch im RL nicht plastisch sehen kann und bisher, mit der alten Technik, solche Filme für mich durch den grünen Filter unguckbar waren.

Daher vorab ein paar kurze Statements:
1. Mit der neuen Technik geht das Filmgucken problemlos, auch wenn man nur auf einem Auge sehen kann. Es flimmert nur ein bisschen, aber das scheint bei Menschen mit normaler Sicht auch so zu sein. GöGa hatte das zumindest auch.
2. Obwohl ich Migränepatientin bin, habe ich den Film gut gucken können, auch wenn mir Anfangs wegen des Flimmerns etwas mulmig wurde. Das verging dann aber.
3. Einige „Cineasten“ haben sich über die angebliche Kälte der Bilder durch die doppelte Bildfrequenz beschwert. Kann ich nicht nachvollziehen, die Bilder waren brilliant und der Bildfluss phänomenal. Das Flimmern rührt meiner Einschätzung nach eher von der 3D-Technik.
4. Welcher Honk auch immer das Gerücht in die Welt gesetzt hat, in den ersten 90 Minuten des Hobbits passiere nichts, hat entweder ’nen anderen Film gesehen oder aber in den besagten Minuten gepennt – sehr, sehr tief!

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So, und wer sich jetzt denkt: Warum hat sie denn so lange mit der Rückmeldung gewartet? So gut kann der Film dann ja nicht gewesen sein…
Der Film hat meine Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern übertroffen!
Ich brauchte aber tatsächlich die Zeit, um mir klar zu werden, dass ich den Film im Kino gesehen habe und nicht geträumt. Die Bilder waren auch für mich, die ich nicht dreidimensional sehen kann, so real und so opulent, dass ich diese ganze Flut von Eindrücken und Emotionen, die diese bei mir verursachten, nicht so schnell verarbeiten konnte. Ich muss mir den Film, wenn er auf BluRay draussen ist, noch ein paar Mal ansehen, um überhaupt alles mitzubekommen, was da auf der Leinwand bzw. dem Monitor passiert!

Gut, wie bei allen Buchverfilmungen und nicht zuletzt bei HdR kann man sich fragen, ob bestimmte Änderungen im Plot oder im Charakter einer Figur nötig waren, aber das ist 1. Geschmackssache und 2. zu diesem Zeitpunkt noch nicht vorherzusagen. Ich jedenfalls weiß nicht, wie Peter Jackson und Fran Walsh die Reise von Thorins munterem Trupp weiter inszenieren werden. Einige Dinge kann ich aber nachvollziehen und die machen auch Sinn, wenn man die HdR-Trilogie im Hinterkopf hat.

Da ich aber nicht spoilen will, biete ich gerne eine individuelle, persönliche Diskussion dazu im RL an 🙂

Auf die kommenden zwei Teile freue ich mich jedenfalls und werde mich mit der sicherlich im neuen Jahr erscheinenden BluRay bis dahin gut über Wasser halten können – es gibt da ja noch so viel zu sehen! Fast so, als müsste man mehrmals an einen Ort reisen, um alle Sehenswürdigkeiten besuchen zu können.
Oh, ein dickes Manko gab es übrigens: die Synchronstimmen. Die sind meiner Meinung nach teilweise unpassend gewählt. Weshalb ich mich jetzt schon darauf freue, das Ganze im OT zu gucken.

Ein schöner Samstagmorgen…

Heute ist ein schöner Tag:
Ich bin ausgeschlafen, obwohl ich um halb fünf die Katzen gefüttert habe, weil ich danach noch schön bis acht gepennt habe 🙂

An diesen wunderschönen Wintermorgen bin ich das erste Mal im Schnee joggen gewesen und habe nur meine kleine Runde (also dreimal um den Orchelsweiher) gedreht – und dafür sieben Minuten länger gebraucht. Das lag zum einen daran, dass…
– ich kleinere, vorsichtige Schritte gemacht habe,
– erstmal testen musste, wie ich die Spikes an die Laufschuhe anlegen muss und
– laufen auf Schnee wie laufen am Strand ist – verdammt anstrengend!

Aber was für eine klare Luft und wie wunderschön ist der verschneite Wald, wenn die Sonne die weißen Wipfel aufleuchten lässt! Alter Falter, wohnen wir geil 🙂 !
Und zum Frühstück nach der schönen heißen Dusche gab es dann lecker glutenfreies Streuselbrötchen mit Schwiegermutters unfassbar guter Orangenmarmelade und eine Zimtschnecke mit einer heißen Tasse Kräutertee. Lecker, warm, einfach gut.

Oh, und dann gab es noch einen Anblick, den ich euch nicht vorenthalten will – unsere zwei Fellnasen mal für zwei Minuten in friedlicher Eintracht! OK, danach haben sie sich dann wieder angezickt, aber hey, es ist ein Anfang 🙂

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Katzenkino vereint also auch ansonsten eher gegenläufige Charakter.

Gleich geht’s mit Schwiegerpapa auf den Übungsplatz nach Jülich. Bin gespannt, ob der Tag danach immer noch so gut ist. Und das restliche Wochenede heisst es Bögen klicken bis zum Abwinken – mal sehen, vielleicht kann ich dann schon nächste Woche die Theoretische machen. Wir werden sehen…

Ich habe keinen Koffer in Berlin…

…aber das wird mich nicht daran hindern, unserer Hauptstadt nochmals einen Besuch abzustatten.

Und dann sind sämtliche für mich interessante Museen dran! In das Neue Museum zu gehen und sich dort Nofretete „live“ anzusehen hat ja gestern leider nicht geklappt, weil wir noch einen kleinen Abstecher nach Kreuzberg machen mussten. Aber ich kann jetzt mit Fug und Recht behaupten, dass Kreuzberg auch interessante bzw. ansehnliche Häuser bietet:

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Wir haben dort auch in einem Cafė noch eine heiße Schokolade getrunken, bevor wir uns wieder in die Stadtmitte aufgemacht haben, und zwar hier:

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Den Vormittag haben wir übrigens im Sealife und AquaDom zugebracht und dort zum einen die schönen Aquarien bestaunt und zum anderen das pädagogische Konzept bewundert. Für Familien mit Kindern ist das wirklich eine mehrstündige Veranstaltung. Man sollte sich allerdings nicht wundern, wenn die Kleinen danach erstmal keine Fischstäbchen mehr essen wollen 🙂

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Geht es übrigens nur mir so, oder ist es schon so ein bisschen makaber, dass genau gegenüber die Backfischverkäufer von Nordsee eine Filiale haben?

Wir sind gestern übrigens den ganzen Tag von morgens bis nachts um halb zwölf unterwegs gewesen, was uns, wie schon am Vorabend, einige Impressionen von Berlin bei Nacht beschert hat…

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Achso, und falls irgendwer mal an einem umweltfreundlichen, voll recyclebaren Motorrad Interesse haben sollte:

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Ok, das Ding fährt vermutlich nur bergab von alleine, aber dafür kann man die Einzelteile zur Not mit Ponal reparieren 🙂

Bei der Blue Man Group, die wir dann Abends gesehen haben, durfte man natürlich nicht fotografieren – aber das ist Ok. Wenn man das, ähm, Glück haben sollte, auf die Bühne geholt zu werden, bekommt man ein Foto. Mindestens. Und vermutlich eine ankonditionierte Aversion gegen Vanillepudding (wenn man weiblich ist) oder gegen Einweg-Maleranzüge (wenn man männlich ist).
Auf jeden Fall ist ein Besuch der Show sehr empfehlenswert, die Jungs können mehr als nur auf Röhren rumtrommeln!

Das war der kurze Reisebericht, mehr gibt’s dann live bei den jeweiligen Treffen oder Telefonaten.

Achso, und Koffer hatten wir keine dabei, wir fanden Rucksäcke praktischer 🙂

Suche Nebelscheinwerfer…

…für mein Fahrrad!

Jetzt mal ganz im Ernst, liebe Autofahrer, was zur Hölle ist so schwer daran, von Fernlicht auf Abblendlicht umzuschalten, wenn man einen Radfahrer oder Fußgänger entgegenkommen sieht?

Und jetzt kommt mir nicht mit „Die sieht man immer so schlecht…blablabla!“

Mein Fahrrad hat – wie in der StVO vorgeschrieben – vorne und hinten Licht und beide sind beim Fahren an, ich trage reflektierende Hosenklammern und dazu noch diese hübsche gelben Warnweste mit Reflektoren über meinem Rucksack – mich kann man nicht nicht sehen!

Also, liebe Autofahrer, ich versuche meinerseits immer, es euch so leicht wie möglich zu machen: fahre immer auf dem Radweg, wo einer ist und auf der Fahrbahn so weit rechts, wie es möglich ist, schneide nicht, mache keine plötzlichen Abbiegemanöver und zeige immer an, wenn ich nicht mehr geradeaus fahren möchte.

Dann könnt ihr auch verdammt noch mal diesen kleinen Hebel an eurem Lenkrad von Fern- auf Abblendlicht stellen, wenn ich euch engegen komme, oder?! Wegen einem dieser „Ich blende nicht ab“-Vollhonks wäre ich heute Morgen beinahe im Graben gelandet, da der Radweg eine kleine Biege machte, als der mir mit Fernlicht entgegen kam. Und wenn ich jedesmal anhielte, weil ein entgegenkommender Autofahrer nicht abblendet, dann bräuchte ich statt zwölf Minuten eine halbe Stunde zum Bahnhof!

Und falls unser Internet zuhause heute Abend nicht wieder herumzickt, suche ich nach einem Nebelscheinwerfer fürs Fahrrad…mal sehen, ob diese Deppen dann abblenden >:-]