Hasta la vista, 2011!
“Time flies when you’re having fun!”, behaupten die Angelsachsen ganz frech – und haben natürlich recht.
Aber dennoch, wo zur Hölle ist bitte dieses Jahr hin? Und überhaupt, liebes 2011, was war denn mit Dir los?! Du hast uns mit Eiseskälte und einem derartig endlosen Winter begrüßt, dass ich dachte, ich sei auf der falschen Seite des Kleiderschranks wieder herausgekommen und in Narnia gelandet.
In Narnia fahren aber keine Züge.

Da ich zu dieser Zeit noch mit dem Zug nach Köln pendeln musste, war das schon wirklich heftig, ständig wegen irgendwelcher eingefrorenen Weichen irgendwo festzuhängen. Die Bahn verklagt jetzt übrigens sechs Bahnmitarbeiter, weil die in dem strengen Winter diese Baumaßnahmen angeordnet haben. Wie war noch mal der Fachterminus für “Bauernopfer”?
Eigentlich ein kleines Wunder, dass ich “nur” eine 2,5 Wochen dauernde Grippe mit Bronchitis und nicht gleich eine doppelseitige Lungenentzündung bekommen habe – denn die Heizungen funktionieren in den Waggongs leider nicht immer. Das macht Spaß bei -15°C in einem Zug, der die ganze Nacht draußen im Gleis gestanden hat. Die 1. Klasse hatte diese Probleme WIMRE übrigens nicht, aber die konnte man ja wegen so einer Lappalie nicht für die 2.-Klasse-Proleten (ich bin auch einer) frei geben.
Dass mein Körper mir diese Zwangspause verpasst hat, war allerdings dringend nötig – nur so habe ich gemerkt, dass ich meinen alten Job nicht mehr länger unter den ganzen Randbedingungen ausüben kann. Und so gingen dann ein paar Bewerbungen raus und eine fiel auf fruchtbaren Boden.
Seit dem ersten April arbeite ich in einem anderen Umfeld, in der Nähe meiner lieben Öcher (Eingeborene und Zugezogene) und bin im Kreise meiner stets gut gelaunten, frotzelnden und teilweise etwas geekigen (Hey, es sind Softwareentwickler anwesend, da muss das!) Kollegen gut aufgenommen und assimiliert worden. Wir sind die Borg, aber besser drauf!
Apropos gut drauf: Der Winter ging recht kompromisslos über den Frühling hinweg, um ein Sommer zu werden. Eiscreme- und T-Shirt-Wetter im April und Hochsommer im Mai. Wir fürchteten schon den Sommer, aber der war dann irgendwie beleidigt und kam nicht.
Unsere kleine Familie aus GöGa, Meinereiner und “Bärchenkatze” Lisa hat im *hüstel* Sommer *hüstel* dann überraschend Zuwachs bekommen - Niriel (Rufname “Niri”) ist uns zugelaufen und hat mein Herz im Sturm erobert. Naja, eigentlich hat sie es ja eher schnurrend umschmust und so ganz samtpfotig Einlass erschlichen. Katzen… nur schlechte Menschen können sie hassen. GöGa hat sie in der Zwischenzeit auch ums Pfötchen gewickelt, er schmust halt auch gern. Nur mit Lisa klappt die innige Bindung noch nicht so recht – was weniger an Lisa als an Niri liegt.
Der ansonsten recht ereignislose Herbst glänzte mit einem wunderschönen Mallorca-Urlaub und der erfolgreich absolvierten Probezeit in meinem neuen Job. Ein anderer hat dafür seinen an den Nagel gehängt mit Benzin übergossen, angezündet und die Asche in Beton eingegossen – nicht ohne vorher noch einmal drauf zu spucken (natürlich hinter den Kulissen). Schauen wir, wie es hier weitergeht, 2012, wir hoffen auf Dich!
Tja, und jetzt ist Weihnachten vorbei, die Feierlichkeiten sind soweit komplikationslos überstanden und wir freuen uns auf eine schöne Silvesterfeier mit Freunden samt süßestem kleinen Jungen der Welt und den tollsten Nachbarn von allen im Waltons-Haus
Vorsätze für das nächste Jahr: Mal sehen was kommt, ich lasse mich überraschen. Am 16. Januar erfahre ich, wie es um das Projekt Führerschein bestellt ist. 2012 kann also recht früh damit anfangen, ein gutes Jahr zu werden!

